Ein Bleistift im Elbrausch

Ein Bleistift im Elbrausch

November 16, 2016 4 Von FrauSonnenburg
Sicher kennt ihr alle „Springstoffe“. Solche Stoffe, die sich im Laden an
einen ranschleichen und sich dann festklammern, weil sie unbedingt mit
nach Hause wollen.
Besonders hartnäckig sind diese Stoffe dann, wenn man „eigentlich“ gar
nichts kaufen will.
So
ging es mir mit diesem schönen Baumwollstretchstoff, der mich anfiel,
als ich nur zu Beratungszwecken meine Freundin ins Stoffgeschäft
begleitete. Beim Verlassen
des Ladens begleiteten mich 2 m davon, auf die ich auch noch mit 10%
Rabatt bekommen hatte. Damit war mein Gewissen dann nicht mehr ganz so
schlecht angesichts des recht gut gefüllten Stofflagers zu Hause. 
Was aus dem Stoff werden sollte, war klar: eine Bleistifthose, wie ich sie schon lange auf der Nähliste habe. 
Zuerst hatte ich diese hier von Burda im Visier.
Beim
Durchblättern meines Ottobre-Archivs stieß ich dann auf eine sehr
ähnliche Hose: „Pencil Shape“, Nr. 11 aus Ausgabe 05/15 (rechts zu
sehen). 

links: Burda / rechts: Ottobre

 

 Da
ich mit den Burda-Anleitungen immer so meine Schwierigkeiten habe, und
mir die Schlitze an den Beinabschlüssen ein bisschen Angst einjagte,
entschied ich mich
für Ottobre. Hier weiß ich, was ich bekomme, ich finde die Anleitungen
verständlich und habe auch eine ungefähre Idee über die Passform.

Der
Schnitt hat nur wenige Teile, die schnell zugeschnitten sind.
Zusätzlich zum Bund habe ich Gürtelschlaufen gearbeitet, da Hosen bei
mir im Rücken gern mal abstehen
und ich daher gern Gürtel trage.

Als
Taschenfutter habe ich einen Rest sehr schicken Futterstoff verwendet,
mit Paisleys schwarz auf schwarz. Leider ist er beim Fotografieren
ähnlich schüchtern wie
der Hosenstoff selbst.
Nicht
einmal der Reißverschluss hat Probleme bereitet. In den Ottobre-Heften
ist immer eine schön illustrierte Anleitung drin, und mit der hat es
jetzt schon 2x geklappt
mit dem Reißverschluss und Hosenschlitz. Hurraaaa! 
 Nun ist die Hose also fertig, und ich habe sogar passende Oberteile zum Kombinieren.

Hinten schlägt die Hose leider ein paar Falten. Hat eine von euch einen Tipp, wie das zu korrigieren wäre? 
Der
Bleistift durfte mit zum Elbrausch Designmarkt in Lübeck, den ich am
vergangenen Wochenende mit zwei Freundinnen besucht habe. Das war
wirklich toll dort. Über
30 Aussteller zeigten ihre Werke aus den Bereichen Mode und Textiles,
Wohnaccessoires, Schmuck, Grafik, Illustration und Fotografie. Obwohl
wir am Nachmittag dort waren, war es nicht überlaufen, man konnte in
aller Ruhe stöbern, mit den Designern plaudern
und natürlich nach Herzenslust einkaufen.

 Hier ein paar Eindrücke:  

Rechts auf dem Foto ist der Stand von Vintagere (http://de.dawanda.com/shop/vintagere).
Einer meiner Lieblingsstände auf dem Markt! Aus Omas Porzellan, aber
auch
aus moderneren Stücken, werden hier Etageren gefertigt. Die Dekore kann
man sich individuell zusammenstellen und frei miteinander und mit den
Verschraubungen kombinieren. Beim Stöbern in den Ausstellungsstücken
konnte ich mich einfach nicht sattsehen – geschweige
denn, entscheiden! Aber dann fiel mir ein, ich habe noch ein
Sammeltassen-Gedeck aus den 50ern geerbt, das ich umbauen lassen werde.
Denn natürlich kann man auch eigenes Porzellan einsenden oder in Claudias Rostocker Werkstatt vorbeibringen und zu einer
Etagere zusammenbauen lassen. Wunderschön!

Auch Wooden Elements (www.woodenelements.de)
widmet sich dem Upcycling. Aus alten Brettern oder Paletten entstehen
wunderbare
Schilder und Wohnaccessoires, liebevoll gestaltet und von Hand bemalt.
Was ich hier bewundert habe: die wunderbaren Letterings. Das würde ich
auch einfach zu gern können!

Mein zweiter Lieblingsstand war der von Kila Photography (www.kila-photography.com).
Nämlich, weil es hier gaaaanz viele
Fotos meiner Lieblingsstädte, Hamburg und Lübeck, verarbeitet zu
Magneten, Bildern, Schlüsselborden oder Postkarten. gab. Einfach nur
schön – besonders, da oft sehr bekannte Motive aus ungewohnten
Blickwinkeln aufgenommen worden sind, und man erst einmal nachdenken
muss, woher man das Motiv wohl kennt. Hier habe ich das zweite
Weihnachtsgeschenk des Jahres erstanden. Strike!
 Was fürs Näschen gab es beim Stand vom Seifendealer. Neben veganer Seife direkt vom Block gibt es hier auch Rasierseife, Duschzucker, Deocreme, und andere feine Sachen zu erschnuppern. Ich mochte zwar nicht alle Seifen gern riechen, aber eine Augenweide sind sie allemal. 

Mein absoluter Lieblingsstand allerdings war der von Chickass / Leaf me. Die beiden Designerinnen
Susann Buchholz und Anna Dziedzioch
fertigen wunderschöne Anhänger aus Messing, und zwar in Form von „Federn vom Huhn“ und Blättern berauschender Pflanzen.

Quelle: My lovely Hamburg
Quelle: My lovely Hamburg

Da ich selbst ein Huhn besitze, ist klar, wobei ich schwach geworden bin, gell? Richtig – beim Rebhuhn, das ist die 2. Feder von rechts. Einfach und schlicht – und einfach schön!

Dieses lustige Gefährt sorgte für ein angemessenes Ambiente und für frischen Kaffee und leckere Waffeln:

Wir
haben allerdings den Kaffeeklatsch etwas verschoben und „Fräulein Brömse“
aufgesucht. Das ist ein uriges Cafe in einem historischen Gemäuer, das
früher als BeichthausTeil
des Lübecker Burgtorklosters war und heute zum Hansemuseum gehört. 

 Hier
sitzt man gemütlich auf Sofas und kann herrlichen Kaffee und Kuchen
genießen. Ein wunderbarer Ausklang eines wunderbaren Tages, von dem ich
euch noch ein paar Lübecker Eindrücke mit auf
den Weg geben möchte: 

Noch
einmal zurück zur Hose: Beim Kuchenausflug hat sich der Stretchanteil
absolut bewährt. 
Allerdings bin ich inzwischen der Meinung, dass sie
„über Tag“ sehr viel
nachgegeben hat und nun doch extrem locker sitzt. Auf den Fotos fällt
das nicht so auf, wie ich finde, beim Tragegefühl habe ich allerdings
den Eindruck, zu versinken. Vermutlich werde ich sie also noch einmal
etwas ändern und enger nähen. 

Aber ganz grundsätzlich
bin ich sehr sehr zufrieden mit der neuen Hose, und habe mich sogar mit
der Bügelfalte angefreundet! 

Und damit ab zum MeMadeMittwoch  ein bisschen stöbern, was die anderen Damen zu zeigen haben. Frau Himmel* und Zwirn präsentiert ein umwerfendes Kleid, das auch als Weihnachtskleid prima taugen würde.