Frau Liese, Kenny und Herr Behn

Frau Liese, Kenny und Herr Behn

September 7, 2016 4 Von FrauSonnenburg
Hurra, der MMM ist wieder da! Die Sommerpause schien mir ganz schön lang. Aber sie hat sich gelohnt, denn das neue Layout des virtuellen Laufstegs kommt frisch und gut erholt daher.

Diesen
Sommer habe ich auf verschiedenen Blogs Kleidung bewundert, die aus
„Kenny“ genäht waren, dem schönen Interlock  von Swafing. Ob
Pusteblumen, Federn oder Schwalben
– diesen Stoff MUSSTE ich einfach haben. Als es bei Myo-Stoffe noch
einmal das Schwalbendesign und dazu eine Rabattaktion gab, habe ich
zugeschlagen – 2 Meter Kenny Schwalbe auf Jeansblau waren meins!

Was
draus werden sollte, war auch klar – eine Frau Liese als Kleid. Hier schon mal genäht und bewährt, allerdings diesmal mit weißer Einfassung
am Kragen und den
Ärmeln, wie bei meinem Ankershirt ausprobiert und für schick befunden.
 
Wie
beim Ankershirt habe ich das vordere Oberteil etwas verlängert, damit
die Brustnaht unter der Brust sitzt. Beim Zuschnitt ist mir dann
ergangen wie einigen anderen
Näherinnen vor mir auch schon – die erste Charge Vorderteile habe ich
falsch herum zugeschnitten, die Schwalben flogen auf dem Rücken. Ich bin
nicht sicher, ob das anderen auffallen würde – nachdem ich den Fehler
bemerkt hatte, habe ich aber noch einmal neu
zugeschnitten, Stoff war reichlich vorhanden. Den Rockteil habe ich
sozusagen frei Hand zugeschnitten anhand meiner Maße.
Frau
Liese war denn wieder super schnell genäht, denn der Stoff ist eine
Pracht. Schön dick und fest, fasst sich fabelhaft an und war 1A zu
vernähen. Aufgrund der
Dicke ist er trotz 5% Elasthananteils nicht besonders dehnbar, daran
sollte man beim Zuschnitt denken – aber für mich ist das eher ein
Qualitätsmerkmal als ein Mangel. Ich hoffe, dass er damit seine Form
behält und nicht auslabbert, wie es mir leider bei anderen
Kleidern schon passiert ist.
Um
die Fake-Wickeloptik zu unterstreichen, habe ich aus dem weißen Jersey
einen Bindegürtel genäht, der mit Gürtelschlaufen am Platz bleibt. Die
habe ich aus drei
Fäden Overlockgarn gehäkelt und in den Seitennähten befestigt.
Kenny
und Frau Liese durften mit auf einen Tagesausflug mit meiner Freundin
nach Eckernförde. Hier fand im März ja schon Sewing By the Sea statt,
und ich habe mich
sehr gefreut, auch mal wieder im Sommer in das nette Städtchen zu
kommen. 
Los
ging es mit einer Produktionsbesichtigung bei der Firma Waldemar Behn
(das sind die mit dem „Kleinen Feigling“ und „Dooleys“), den meine
Freundin organisiert
hat. Von den Produktionsanlagen konnte ich verständlicherweise keine
Fotos machen, aber es war schon sehr beeindruckend, die gewaltigen Tanks
und Abfüllanlagen zu sehen. Am lustigsten fand ich die Lagerregale mit
den verschiendenfarbigen „Hütchen“ für die
Flaschen vom kleinen Feigling.
Zum Abschluss durfte jede von uns sich
sogar noch ein Fläschchen aus der Behnschen Produktpalette aussuchen –
ich habe mir für Vodka der Marke Danzka entschieden. Die Flasche ist
einfach zu toll. Und kaufen kann man den hierzulande
auch nicht.
Anschließend
gab es im Städchen ein leckeres Mittagessen, und wir sind ausgiebig die
Fußgängerzone runtergebummelt. Natürlich mit einem Stop bei der
Bonbonkocherei
– wir hatten Glück, und es war gerade eine Vorführung im Bonbonmachen
dran: 
Im
gleichen Innenhof wie die Bonbonkocherei ist auch die
Schokoladenmanufaktur von Herrn Hinrichs – in Eckernförde gibt es echt
was auf die Hüften!

Erschöpft
am Stadthafen angekommen, musste erst mal ein Eiskaffee her. Im
Strandkorb vom „Luzifer“ sitzend, ließ der sich hervorragend genießen,
und Leute gucken
konnte man auch prima! Beim Fotoshooting wurden wir im Gegenzug
sicherlich auch neugierig beobachtet – aber das gehört ja zum Spiel dazu 🙂


Zum
Abschluss haben wir noch einen kleinen Abstecher zum Hauptstrand
gemacht – beladen mit Tüten (ja, ich habe KAUFkleidung geshoppt – ich
brauchte einfach dringend
neue Badesachen!) waren wir am frühen Abend doch schon ganz schön
groggy, und die müden Füße freuten sich über ein kaltes Bad in der
Ostsee. Meine Feststellung dabei: Beim Anbaden Anfang Juni etwas weiter
südlich an der Ostseeküste war das Wasser entschieden
wärmer!
Mein
Kleid hat das alles prima mitgemacht, es ist total bequem, und meine
Freundin war ganz aus dem Häuschen: „Das ist ja einfach PERFEKT!“ – über
so ein schönes
Kompliment habe ich mich natürlich gefreut wie Bolle.
Hier noch einmal die Details:
–      
– Schnitt: Frau Liese von Schnittreif, verlängert zum Kleid
–      
– Änderungen:
vordere Oberteile um ca 3 cm verlängert, halblange Ärmel, Ausschnitt
und Ärmelsäume in Kontrastfarbe eingefasst, Bindegürtel
–      
– Verbrauch: 2m Interlock „Kenny Schwalbe“, Rest weißer Jersey für Einfassungen und Gürtel
–      
– Reste: Vernäht zu Frühchenmützen und Schlafsäcken, ein größeres Stück liegt noch in der Spendenkiste
–      
– Noch mal? Auf jeden Fall. Stoff für eine Herbst-Liese liegt schon bereit.
Verlinkt zum MeMadeMittwoch – nach der Sommerpause zeigt Frau Dreikah zum Auftakt ein Kleid in herbstlichen Farben mit einem wunderschönen Wasserfallausschnitt, aber auf dem Laufsteg gibt es auch noch Sommerliche zu sehen. Schaut mal vorbei!