Stoffdiät: Urlaubssünder

Stoffdiät: Urlaubssünder

Mai 19, 2018 3 Von FrauSonnenburg
Frau Küstensocke ruft uns im Mai wieder zusammen zum nächsten Treffen bei der Stoffdiät, und legt mit über 60m Abgängen eine uneinholbare Leistung vor.
So viel Stoff vernähe ich nicht in einem ganzen Jahr!
Ich bin immer noch nicht zurück im Nähgroove, und habe in den vergangenen Monaten nähtechnisch wenig zuwege gebracht.

Es wird demnächst zwei neue Schnittmuster von Crafteln geben, und ich durfte wieder Teil des Probenähteams sein.
Beide Schnitte habe ich heute 2x genäht, hier seht ihr den ersten:
(Minus 1m weiß aus dem Altbestand, minus 1m wunderbarer blauer Jersey aus dem Lillestoff-Exzess vom Januar)
Und hier kommt der zweite Schnitt:
(Minus 1.5 m ebenfalls Modal mit Mohnblumen und etwas Glitzer ebenfalls vom Lillestoff-Kauf, und den schwarzen – weitere 1.5 m – habe ich für das Probenähen gekauft).
Macht zusammen 1.5 m Zugang und 5 m Abgänge. Das ist tatsächlich die gesamte Ausbeute von März und April, wobei zwei der Teile bei einem Nähtreffen mit Frau KaPe AnLuMi entstanden sind. 
Jetzt allerdings kommt ein bisschen Bewegung in die Sache, denn ich habe aktuell zwei (!) Projekte in Arbeit:
Einen Mantel nach einem Ottobreschnitt (den ich schon Mal als „Vogelmantel“ genäht habe), aus dem wunderschönen Ballerina-Jersey von Lillestoff, zu dem ich auch einen passenden Unistoff mitgenommen habe – zusammen 2.5 m.
Momentan stockt das Projekt. Die Teilungsnähte würde ich gerne auf dem einfarbigen Jersey mit einem Zierstich absteppen. Allerdings ist das farblich passende Garn kaum sichtbar, das andere, pinkere sieht man zwar gut, aber es beißt sich ein bisschen mit dem dunkleren Pink aus dem Ballerinamotiv. Ob das schlimm ist – schließlich nähe ich ja die Ziernaht auf dem einfarbigen Jersey? Was meint ihr?

Bis ich eine Entscheidung gefällt habe, mache ich mich über mein zweites Projekt her, nämlich ein weiteres Hochzeitsgastkleid aus schwarzem Leinenstoff mit einer wunderschönen Lochstickerei in cremeweiß, der schon bestimmt drei Jahre in meiner Stoffkiste schlummert:

Als Schnitt habe ich mir eine Kombination aus meinen letzten beiden Weihnachtskleidern zusammengebaut – im Prinzip nähe ich den Schnitt von 2015, aber mit dem Ausschnitt des Kleides vom letzten Jahr.  
Das Kleid wird wieder ärmellos und gefüttert – das wären dann minus 3 m insgesamt.
Zum Kleid werde ich mir dann noch ein passendes Bolerojäckchen stricken (und weil ich dazu ein ganz bestimmtes Garn ins Auge gefasst habe, habe ich auch noch gegen meine Wolldiät verstoßen).

Die Hochzeit ist zwar Anfang Juli, aber man weiß hierzulande ja nie, was der Sommer so bringt. Ein leichtes Jäckchen kann frau immer brauchen.

Nachdem ich nun seit Lillestoff keinen Stoff mehr gekauft habe, bin ich im Urlaub wieder einmal schwach geworden. Wir waren wieder auf Usedom, und im Inselgroove und Urlaubsmodus habe ich Zeit und Muße zum Bummeln und Stöbern. Neben anderen Geschäften habe ich mich also auch im örtlichen Stoffladen umgesehen und mein Herz an drei Stöffchen verloren:

– 1.5 m Sommersweat und passend dazu ein halber Meter Möwenjersey werde ich bis zum kommenden Frühjahr zu einer neuen Sweatjacke vernähen. Meine heiß geliebte Valentina ist inzwischen vom Dauereinsatz schon ziemlich räudig geworden und soll zum nächsten Frühling ersetzt werden – jetzt habe ich das passende Material dazu!
– 1.5 m ganz reizender leichter Seersucker in blauweiß mit – festhalten! – aufgesticktenn Krabben mussten auch noch mit, in diesen Stoff habe ich mich schockverliebt. Ideal für ein leichtes Sommerblüschen – ich plane ein Shirt Sophie von Schnittchen. Ein bisschen passende Borte habe ich auch noch mitgebracht, mal sehen, ob diese bei Sophie zum Einsatz kommen wird.
Unterm Strich also immerhin ein Minus von 2 Metern. Auch kleine Schritte bringen voran… 🙂
Eigentliches Thema sind aber heute Colourblocking und Patchwork.
Beide Techniken eignenn sich prima zur Verwertung von Reststücken oder kleineren Stoffmengen – sind aber so gar nicht mein Thema. Ich mag es gern clean, und vielleicht fehlt mir auch die Vorstellungskraft um Stoffe so elegant zu kombinieren, wie es unsere „Chefin“ bei ihren Kleidern tut. 
Dazu ist mein Stofflager ja nicht so unerschöpflich, dass ich ständig aus dem Vollen schöpfen könnte – inzwischen kaufe ich fast ausschließlich projektbezogen ein, und Reste von fertigen Projekten werden fast alle gespendet. Da ist nicht viel zu holen bei mir…
Was ich mir allerdings für die Zukunft, vielleicht für den Winter, vorgenommen habe ist, eine Patchworkdecke zu nähen. Der beste Ehemann von allen nämlich belegt im Sommer immer meine Patchwork-Sofadecke mit Beschlag und nutzt sie als Bettdecke. In der Folge sitze ich immer mit der dicken Wolldecke im Wohnzimmer (und mir ist zu warm), oder aber ohne Decke (und mir ist zu kalt). Es muss also eine Zweitdecke her als Redundanz. Baumwollreste habe ich eine ganze Kiste, und es ist mein Ziel, hier ein bisschen was abzuarbeiten. Sprich, einmal die Stoffe genau anzusehen im Hinblick auf Menge und Kombinationsmöglichkeiten, und dann gezielt dazukaufen was fehlt (Einlage und Rückseite auf jeden Fall). 
Und wie geht es den anderen bei der Stoffdiät? – Das ist hier zu lesen <klick>