Auf den Nadeln im Januar – Strickrückblick

Den ersten Monat im neuen Jahr haben wir geschafft, und schwupps ist es Zeit für den Januar-Strickrückblick.

Geht es Dir wie mir, und je verrückter die Welt da draußen wird, desto mehr willst Du Dich in Deinen Wollstash zurückziehen und einfach nur in Ruhe stricken und Pläne schmieden? Manchmal finde ich die Weltlage unerträglich, und dann bin ich sehr froh darüber, dass immer ein Projekt auf meinen Nadeln schlummert.

Fertige Projekte im Januar

Gleich am 2. Januar ist das erste Projekt fertig geworden: Die Restehandschuhe, passend zur Restemütze aus dem November.

Das war ein feines Spaßprojekt: Das Würfelmuster macht total Spaß, und tatsächlich ist so ein Paar Fingerhandschuhe ratzfatz gestrickt. Nur das Vernähen der Fäden an den Fingern ist ein bisschen fummelig.

Außerdem liebe ich die knalligen Farben, das Sonnengelb und Knallpink in Verbindung mit dem dunklen Blau. Der Farbverlauf des Zauberballs („englischer Garten“) ergibt noch einen zusätzlichen Effekt. Beide Handschuhe sind so total unterschiedlich, aber dennoch ist glasklar, dass sie ein Paar bilden und zur Mütze gehören.

Das Bündchen habe ich absichtlich zweifarbig gestrickt, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob das gelbe Garn reichen würde. Nun ist es schön lang, und ich kann es bei Bedarf umschlagen. Tatsächlich hätte das gelbe Garn für ein ganz gelbes Bündchen gereicht, aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Normalerweise stricke ich den Daumen immer mit einem Daumenkeil. Diesen einzufügen war im Rahmen des Würfelmusters allerdings nicht möglich (bzw überstieg meine Denkfähigkeiten), deshalb habe ich eine andere bewährte Methode gewählt und den Daumen nachträglich eingestrickt. Klappt perfekt und passt mir auch gut.

Verbrauch für das Projekt: insgesamt 144 m / 47 g

Uglevotter – Eulenfäustlinge

Meine Schwägerin hat Ende Februar Geburtstag und wünscht sich diese Fäustlinge. Gut, dass mein Stash so üppig sortiert ist, denn so konnten diese gleich nach Fertigstellung der Restehandschuhe angeschlagen werden. Wieder aus Resten, diesmal aus Filcolana Indiecita (heißt jetzt Vilja), ein Alpakagarn, aus dem ich mir 2022 diesen Poncho gestrickt habe. Damals hatte ich das Strickpaket inklusive dänischer Anleitung im Dänemark-Urlaub gekauft. Meine Dänischkenntnisse beschränken sich auf ungefähr 10 Vokabeln, aber das Stricken nach der Anleitung war überhaupt kein Problem.

Nun habe ich mir die Anleitung für die Fäustlinge auf norwegisch direkt bei der Designerin Jorid Lindvik gekauft. Umgerechnet in Euro war die Anleitung auf diesem Weg nur halb so teuer wie auf Ravelry. Wenn man schon mal Handschuhe gestrickt hat, dann weiß man ja, wie die Konstruktion funktioniert. Diese Anleitung hier besteht zum Großteil aus Charts und hat kurze Texte für die einzelnen Arbeitsschritte Rippenbündchen, Daumenkeil, Musterteil, Abnahmen und Daumen. Total clever gemacht und einleuchtend, so dass die Fäustlinge auch ohne Norwegischkenntnisse ganz einfach nachzustricken waren.

Hast Du schon einmal eine Anleitung in einer Sprache gekauft, die Du überhaupt nicht sprichst?

Und toll sind sie geworden, die Fäustlinge! Ich finde, sie sehen ein sehr groß aus, aber tatsächlich passen sie fast wie angegossen. Leider hat es mit dem Plan der Resteverwertung nicht so gut geklappt, denn das hellgraue Garn ging mir auf Höhe der Finger des zweiten Handschuhs aus, und ich musste nachbestellen. Nun habe ich wieder einen Rest hellgraue Vilja im Stash, aber dafür zwei Fäustlinge zum Verschenken.

Verbrauch: 195 m / 62 g

Stinos aus 6fach Garn

gestrickte Socken - Stinos - aus 6fach Sockenwolle - auf den Nadeln im Januar

Weil mir nach den Eulenhandschuhen der Sinn nach einem no-brainer-Projekt stand, habe ich ein Paar Stinos aus der Opal-Patenschafwolle aus meinem Geburtstagsgeschenk angeschlagen – diese sind das erste fertige Weihnachtsgeschenk.

Beim Garn handelt ess ich um klassische Sockenwolle (75% Schurwolle aus der Landschäferei in Baden-Württemberg, dieser Schäferbetrieb wird mit dem Erlös aus dem Verkauf der Schafpatenwolle unterstützt – 25% Polyamid), in diesem Fall 6fach. Von der Anfassqualität bei dem hohen Poly-Anteil bin ich sehr begeistert: Bei manchen Sockengarnen fühlt man den Kunstfaseranteil deutlich, dann fühlt sich die Wolle „schwitzig“ und irgendwie struppig an. Diese hier ist gaaaanz weich und schön geschmeidig. Ein bisschen geärgert hat mich bloß, dass der Faden sich leicht spleißte. Man musste schon achtgeben, wo man mit der Nadel hinspießt, um keine Fädchen zu ziehen.

Tatsächlich habe ich noch nie Socken mit 6fach-Sockengarn gestrickt, es handelt sich hier also um eine Premiere. Zum Glück gibt es ja Sockentabellen, und so war dieses Paar mit 2/2 Rippenbündchen, verstärkter Herzchenferse und Bandspitze in Größe 43/44 schnell fertig.

Verbrauch: 241 m / 86 g.

Work in Progress – Auf den Nadeln im Januar

Maschenprobe Kiwigrün - Auf den Nadeln im Januar

Nun steht mir der Sinn nach Sommer. Im September habe ich mir bei 1000 Farbspiele ein 4fach gefachtes Garn in Kiwigrün gekauft – 1200 m sollen für ein Shirt ausreichen, wurde mir gesagt.

Darauf habe ich jetzt richtig Lust: Eine knallige Farbe, glattes Garn, etwas Leichtes – die Maschenprobe ist jedenfalls vielversprechend. Und das knallgrün macht einfach gute Laune.

Dies wird ein Shirt „Frei Schnauze“ – ich habe keine Anleitung gefunden, die mich so richtig anfixt und die ich nicht schon gestrickt habe. Also werde ich ein bisschen rumprobieren, aber ich bin zuversichtlich, dass am Ende ein tolles Shirt herauskommen wird. Stay tuned!

Neu im Stash

Neben dem Knäuel Vilja in Silbergrau für die Eulenfäustlinge habe ich mir ein Knäuel Arwetta Sockenwolle in dunkelrot mit bestellt: Der Versand für das Päckchen sollte sich ja lohnen!

Dieses Garn liegt nun auf Vorrat für weitere Weihnachtssocken-to-be. Weihnachten kommt bekanntermaßen immer unvorhergesehen, und der Plan ist, rechtzeitig mit dem Stricken anzufangen. Da soll es an mangelndem Garn nicht scheitern.

Inzwischen habe ich, die jahrelange Sockenverweigerin, diese kleinen Projekte sehr schätzen gelernt: Klein, leicht, meist mitnahmefähig – das gefällt mir!

Menge Zugang gesamt: 377 m / 100 g.

Wollstatistik im Januar

  • 3 EUR je fertiges (großes) Projekt – 0 EUR
  • 2 EUR je fertiges (mittleres) Projekt – 0 EUR
  • 1 EUR je fertiges kleines Projekt – 3 EUR für die Restehandschuhe, die Uglevotter und die Socken
  • 1 EUR für jedes neu angestrickte Knäuel: 2 EUR bei den beiden Handschuhpaaren, 1 EUR bei den Socken
  • 1 EUR für jedes aufgebrauchte Knäuel: 3 EUR bei den Handschuhen

Insgesamt kommen so die ersten EUR zusammen für das Wollsparglas von Just a knitting man