Burda Streifenshirt – etwas für den Streifenmonk

Streifen gehen immer! In diesem Blogpost trifft ein neuer Streifenjersey (aus März ’26) auf einen alten Burda-Schnitt aus dem Frühjahr 2014. Beides zusammen wird zu einem luftigen Shirt mit V-Ausschnitt, das leider ein paar Schwächen aufweist und mich beim Nähen ein bisschen geärgert hat. Aber am Ende wird alles gut.

Back to the Roots – Alte Schnitte neu vernäht

Gerade bin ich großer Fan davon, Schnitte aus meinem umfangreichen Fundus zu nähen. Drauf gebracht hat mich eine Blogparade Anfang des Jahres „Back to the Roots“ von Ingrids Nähkäschtle. Die Idee, gut abgelagerte Stoffe, die ganz unten in der Stoffkiste lagern, oder alte Schnitte, von denen man gar nicht mehr wusste, das man sie hat, zu vernähen, gefiel mir sehr. Im Januar allerdings, als die Blogparty lief, hatte ich wenig Energie zum Nähen, und habe die Party deshalb ausgelassen.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, und inzwischen ist die Nählust wieder da, und voilá, hier ist ein Produkt dieser Aktion: Ein Schnitt aus der Burda Plus Frühjahr/Sommer 2014. Das war ganz zu Beginn meiner Nähkarriere.

Burda Plus Sommer 2014 Titel

Nach wie vor finde ich so einige der Schnitte in dem Heft aktuell oder auch zeitlos, und ich erinnere mich auch gut daran, dass ich mit den Schnitten von Burda und Ottobre seinerzeit das Nähen von Kleidung gelernt habe.

Im Rahmen des Spring Stye Alongs 2015 hatte ich dieses Shirt hier genäht:

Ich erinnere mich gut daran, dass ich beim Nähen einigen Trabbel hatte (damals hatte ich noch keine Ovrelockmaschine), aber dass das Shirt unfassbar bequem und toll zu tragen war. Als mir dann dieser Ringeljersey über den Weg lief, verband sich beides zu einem Ringelshirt.

Ringel gehen immer

… und Ringelshirts kann man nie genug haben! Die Blende am V-Ausschnitt wollte ich ganz kunstvoll so gestalten, dass die Streifen schräg zum Körper verlaufen und sich jeweils an der Mittelnaht sauber treffen. Ganz schön ehrgeizig, dieser Vorsatz!

Denn schon beim Zuschnitt stellte sich heraus, dass die vier Stücke der Blenden (je zwei vorne und hinten, jeweils im Bruch zugeschnitten und an der kurzen Kante gefaltet) ein wahrer Stoff-Fresser ist. Tatsächlich hatte ich zu wenig Stoff, um alle Teile wie vorgesehen zuzuschneiden. Es begann ein aufwändiges Stoff-Tetris, bei dem ich die Blenden schließlich in acht Einzelteilen zugeschnitten habe, und am Ende für die innen liegenden Teile auch nicht mehr auf den Verlauf der Ringel achten konnte. Aber ich habe alle Teile aus dem Stoff herausgezirkelt.

Änderungen am Ausschnitt

Beim ersten Shirt erinnere ich mich, dass ich den Ausschnitt in der Originalversion enorm freizügig fand. Die Ausschnittkanten lagen quasi direkt auf der Schulterkugel. Sieht toll aus, rutscht aber und lässt Träger blitzen – nicht alltagstauglich. Nachträglich habe ich den Ausschnitt vorne und hinten in der Mitte damals schon geändert, so dass die Blendenteile in der Mitte mit einem spitzeren Winkel aufeinander treffen. Die Schulternaht rutscht damit etwas näher Richtung Hals, so dass man etwas bedeckter gekleidet ist und nicht ständig am Ausschnitt zuppeln muss.

An diese Änderung habe ich mich erinnert und gleich die Schnitteile angepasst. Den Winkel der Schulternaht habe ich nach der gleichen Logik verändert, so dass das Shirt auf der Schulter gut anliegt.

Burda Shirt V-Ausschnit aus weiß-gelb geringeltem Jersey

Das hat gut geklappt. Außerdem habe ich die Länge des Shirts um etwa 7 cm gekürzt (ich weiß nicht, ob Burda da vielleicht eher ein Kleid im Sinn hatte, jedenfalls war das Originalshirt irre lang), und hier mangels Stoff auch die Armlänge nur so lang zugeschnitten, wie der Stoff es hergb.

Die Streifen-Challenge

Die Sache mit den Streifen, die sich an der Mittelnaht der Blende genau treffen sollten, war eine Idealvorstellung. Diese in die Wirklichkeit umzusetzen, war eine echte Herausforderung. Mit Sprühstärke, vielen Nadeln und einer Geradstichnaht ist es mir auf der Vorderseite nach mehreren Versuchen ziemlich gut gelungen:

Auch der Anschluss unten im V hat nach einigen Versuchen schließlich geklappt.

Auf der Rückseite (rechtes Foto oben) war mir das Nähglück nicht mehr so hold. Das Rückenteil ist geteilt, und ich habe es trotz mehrerer Versuche nicht hinbekommen, dass die Mittelnaht der Blende mit der Mittelnaht des Rückens aufeinandertrifft.

Laut Anleitung wird das Rückenteil erst zusammengenäht, die Seitennaht mit dem Vorderteil geschlossen, dann werden die Blendenteile miteinander verbunden und die Blende an den Körper genäht.. Vermutlich hätte man die Einzelteile in anderer Reihenfolge zusammensetzen müssen als in der Anleitung angegeben, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.. Aber naja, ist hinten, seh ich nicht, bleibt jetzt so und lässt sich vielleicht auch noch ein bisschen wegbügeln.

Vermutlich hätte etwas Vlieseline H609 der Blende ganz gut getan. So habe ich mit einer Kantenstepp versucht, etwas Stabilität zu erreichen, was so halbgut funktioniert hat.

Worauf ich aber derbe stolz bin: An der Seitennaht treffen die Streifen wieder perfekt aufeinander – da lacht das Herz des Streifenmonks!

Burda Shirt mit Streifen aus weiß-gelbem Jersey - die Streifen an der Seitennaht treffen genau aufeinander

Die Säume an den Ärmeln und am Körper habe ich zweifarbig mit der Zwillingsnadel genäht, mit gelb und cremeweiß, so was mag ich immer sehr gern!

Tragefotos

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem neuen Ringelshirrt. Es trägt sich so hammermäßig toll, Der entschärfte Ausschnitt gefällt mir richtig gut, und er ist vorn und hinten immer noch großzügig genug, um luftig zu sein. Als Kontrast dazu gefallen mir die halblangen Ärmel besonders gut.

Was meinst Du, ob das Shirt sich mit einem Jäckchen auch noch in den Herbst retten lässt?

Verlinkt zu Memade MittwochHandmade MondayEin kleiner BlogCreativsalatLieblingsstücke