Luftige Lilo von Echt Knorke
Hello Juni! Nu isser da, der Sommer, und damit wird es Zeit für sommerliche Outfits. Diesmal habe ich tatsächlich ein komplettes Outfit im Gepäck für den heutigen Memademittwoch. Eine luftige Hose – die Luftige Lilo von Echt Knorke – und ein ebensol luftiges Blusentop aus der Nähtrends 1/26.
Sommerhose mit Biesen: Luftige Lilo
Beim letzten Mal habe ich einen Hosenschnitt von EchtKnorke gezeigt (die Putzige Paula), und da ich nach wie vor auf der Suche nach originellen Hosenschnitten war und bin, kommt hier die zweite Hose mit einem ebenso putzigen Namen.

Wieder ist es eine mit Barrel-Leg und Gummibund, damit hat es sich aber schon mit den Ähnlichkeiten der beiden Schnittmuster. Die Luftige Lilo hat bequeme Eingrifftaschen und weite Beine, die am unteren Saum durch Abnäher verschmälert werden und die Barrel-Form herstellen. Am Bund sind ebenfalls Abnäher gearbeitet. Die so entstehende Falte zwischen den Abnähern wird als Biese gearbeitet, dadurch entsteht ein Pumphoseneffekt. Als Stilelement sind auf den hinteren Beinteilen ebenso Biesen gearbeitet. Neben der offenbar bequemen Passform war das Feature, mit dem die Luftige Lilo mich rumgekriegt hat.
Auf der Modellskizze sind die einzelnen Modellelemente gut zu erkennen.
Im Kleiderschrank habe ich eine ähnliche Hose (ohne Biesen, aber mit weitem Bein und Abnähern untenn), die nach vielen Sommern nun abgetragen ist und entsorgt wird. Für diese Hose aus schwarzem Leinen sollte also Ersatz her. Passendes schwarzes Leinen hatte ich vor geraumer Zeit bei Der Rote Faden bestellt. Deren Onlineshop kann ich sehr empfehlen: Insbesondere im Bereich von Uni-Stoffen ist die Auswahl sehr groß, und es gibt regelmäßig Rabattaktionen.
Nähpremiere: Biesen!
Tatsächlich habe ich in mehr als 10 Jahren Nähkarriere noch nicht einmal Biesen genäht. Mein Traumprojekt, für das ich auch schon den passenden Stoff horte, ist eine Tunikabluse mit Biesen, und so war die Luftige Lilo quasi eine Probe.
Die Anleitung verspricht „eine entspannte Hose“, und ich war gespannt, ob das stimmt? Aber tatsächlich gibt die Anleitung sehr detailierte Anweisungen, wie die Biesen gelingen und man sie so näht, das immer die „schöne“ Seite der Naht beim fertigen Hosenbein oben liegt. Eigentlich ganz einfach, je nachdem, um welches Bein es sich handelt, näht man die Naht entweder vom Bund zum Saum oder umgekehrt. In der Werkzeugkiste fand sich der passende Nähfuß, und – tadaa! Das Biesennähen funktionierte wie’s Brezelbacken:

Im Gegensatz zur Putzigen Paula, bei der ich einige Schwierigkeiten mit der Anleitung hatte, war ich hier sehr zufrieden. Alle Schritte sind klar beschrieben und gut bebildert. Das Nachnähen war deshalb nicht schwierig.
Man muss allerdings viel und akkurat bügeln, damit die Biesen und Abnäher gut zusammenfinden – ansonsten habe ich keine Hürden meistern müssen.
Auf dem Foto unten links sieht man die Abnäher am Saum und die Falte, mit der Biese. Auf dem rechten Foto sind zwei perfekte Biesen zu sehen. 🙂


Witzig ist die Bundlösung: Der Bund ist angeschnitten, wird nach innen umgeklappt und festgenäht. Zuerst hatte ich mich gewundert, wieso die Taschen so weit weg vom Saum angesetzt sind, bzw. wieso die Bundoberkante quasi unter den Achseln sitzt. Nach dem Umklappen ging mir ein Licht auf 🙂 Der Bund wird festgesteppt, ein Gummi eingezogen und auf Höhe der Tascheneingriffe gesichert. Zwischen den Taschen ist der Bund glatt und kräuselt nicht – toll, wenn man das Oberteil vorn in der Hose tragen möchte.
Was ich übrigens auch eine tolle Idee fand, ist, dass die Mittelnaht mit Formband verstärkt wird und die Nahtzugabe noch mal extra abgesteppt wird. Bei den feinen Sommerstoffen, für die der Schnitt gedacht ist, ist das sicherlich clever.
Auf den beiden Fotos oben blitzt auch mein zweites Projekt durch: Meine
Sommerbluse: Boho-Style
Vor einiger Zeit hatte ich mir mal wieder eine Nähtrends gekauft, tatäschlich waren ein paar hübsche Modelle darin enthalten, die ich irgendwann ganz bestimmt mal nähe. Im Fundus lagerte eine sehr schöne Baumwoll-Voile in einem kräftigen rosa mit hellrotem grafischen Muster. Daraus sollte nun ein leichtes Blüschen werden. Aber den passenden Schnitt dazu zu finden, war gar nicht so einfach. Ich hatte nur 1.30 m gekauft, aber der Stoff lag nur 1.33 m breit. Den Stoff gibt es in anderen Farben noch hier bei Stoffe.de.
Die Recherche dauerte etwas länger, und endete völlig überraschend mit eben jener Ausgabe Nähtrends (Heft 1/26) und der Boho-Bluse. Die war mir im Heft gar nicht aufgefallen (denn sie wurde auf dem Modellfoto unter einer Weste versteckt), erst in der Modellübersicht stolperte ich über die Bluse. „Einfach nachzuarbeiten“ – das war genau das Richtige für den Moment. Und im Fundus fand sich sogar passendes rotes Garn. Also los!


Das Modell ist nun keine Krone der Nähkunst, sondern wirklich einfach zu nähen. Das Schwierigste sind woh die dünnen Bändchen, mit denen der Halsausschnitt eingefasst wird und die gleichzeitig gebunden werden können.
Der Beleg am Schlitz wird rechts auf rechts angenäht, nach innen geklappt und festgesteppt. Ich habe der Bluse seitlich Schlitze spendiert, das mag ich bei solchen Blusen sehr gern.


Aus Gründen der Stoffknappheit habe ich die Länge ein paar cm gekürzt (was ich vermutlich ohnehin gemacht hätte).
Auf die Gummizüge an den Ärmelsäumen habe ich verzichtet: Meist geraten mir die zu stramm und ärgern mich, wenn ich die Ärmel hochschieben möchte. So habe ich einfach den Ärmelsaum umgeklappt und abgesteppt und – fertig ist die Bluse. Wie schön die leuchtet!
Und hier kommt das Outfit noch einmal in seiner gesamten Schönheit:

Nun fehlen noch die geeigneten Temperaturen – aber ich bin sicher, der Juni lässt uns da nicht im Stich!
Verlinkt zu Memade Mittwoch – Handmade Monday – Ein kleiner Blog – Creativsalat – Lieblingsstücke



