Ringelshirt – Ottobre Patternhack

Allmählich wird es Frühling um uns herum, und das spiegelt sich auch bei den Nähprojekten wider. An diesem Memademittwoch zeige ich ein Ringelshirt, ein Patternhack, der neu in meinem Kleiderschrank eingezogen ist. Tatsächlich habe ich seit September nichts Genähtes mehr gezeigt – nun wird es aber höchste Zeit! Und ich gelobe Besserung.

Die Basis: ein Ottobre-Schnitt

Bestimmt hast Du auch eine oder zwei „Allzweckschnitte“ für Basic-Shirts.

Ottobre 5-13 Modellskizze T-Shirt

Einer meiner Lieblingsschnitte stammt aus dem Ottobre Heft Nr. 5 aus 2013: Ein weiter Rundhalsausschnitt, leicht tailliert, Dreiviertelärmel, etwas länger geschnitten und mit geschwungenem Saum. Bisher schon oft genäht, als Tunika, Shirt, als Nachthemd, Unterziehshirt, bunt oder unifarben – ich mag den Schnitt einfach.

Nun stand mir der Sinn nach Frühling, nach Farbe und nach Ringeln, und so sollte ein rot-weißer Ringeljersey verarbeitet werden, den ich vor etwa drei Jahren in meiner Heimat gekauft habe. Nun war das Projekt für diesen Stoff gefunden und der Plan gefasst. Allerdings wollte ich den Schnitt ein wenig anpassen um ein Shirt mit einem besonderen Pfiff zu bekommen.

Der Hack: ein besonderer Ausschnitt

Ich habe dieses Shirt im Kleiderschrank, das mir ganz besonders gut gefällt: Es hat Ringel. Es ist blauweiß mit ein bisschen Gelb. Und es hat diesen besonderen V-Ausschnitt, den ich sehr raffiniert finde.

Das muss sich doch nachnähen lassen? Seit ich das Shirt habe, trage ich mich mit dem Gedanken, den Ausschnitt zu kopieren. Mit dem Ringelstoff war der perfekte Partner gefunden.

Also Herz gefasst und das Schnittteil vom Original abgenommen. Im Prinzip ist es ein Trapez mit einer kleinen Rundung an der Armkugel. Beim Zuschnitt wird der Stoff entlang des Ringelstreifens gefaltet. Die Bruchkante zeigt beim fertigen Shirt zum Hals, zur Armkugel und zum Körper hin liegt es doppelt offen. Die Schnitteile sind etwa so breit wie 3/4 der geraden Kante, überlappen sich also satt in der Mitte, wo der Stoff dann ziemlich dick zu liegen kommt.

Ottobre Patternhack - Ringelshirt mit V-Ausschnitt

Diese offenen Kanten verschwinden dann in der Teilungsnaht zum quer gestreiften Körper (das Schnittteil davon habe ich entsprechend von oben gekürzt) und in der Ärmelnaht.

Da man bei dieser Art Ausschnitt kein Halsbündchen annäht, habe ich den hinteren Halsausschnitt mit einem Jerseystreifen verstärkt. So wird der Jersey stabilisiert, und die Kante wird super sauber eingefasst:

Ottobre Patternhack - Halsausschnitt

Alles andere folgt dem Originalschnitt. Ich habe auch die Länge belassen und den geschwungenen Saum übernommen. Den finde ich in Verbindung mit dem raffinierten Ausschnitt besonders schön.

Streifenmonk

Ringel und Querstreifen können ja mitunter ein bisschen zickig sein in der Verarbeitung. Beim Zuschnitt habe ich sehr aufgepasst, dass a) die Ringel wirklich gerade verlaufen und b) die Ringel unter der Achsel gleich ansetzen. Dann ist es nämlich gar nicht so schwer, die Streifen an der Seitennaht ganz strebermäßig aufeinandertreffen zu lassen. So hat sich das Shirt dann auch qualifiziert für das Prädikat „Streifenmonk“.

Tragefotos? Na klar!

Da isses nun, mein neues Ringelshirt. Ich finde es total schön. Der Stoff ist schön weich und anschmiegsam, und das Rot leuchtet so schön!

Einzig bei den Ärmeln musste ich ein bisschen tricksen. Denn ich hatte nicht mehr auf dem Zettel, dass am Originalschnitt nur 7/8-Ärmel vorgesehen sind. Zum Glück sind mir die Ärmel bei Ottobre-Schnitten immer etwas zu lang. So habe ich jeden Ärmel mit einem Beleg versehen und so doch noch ein Langarmshirt bekommen.


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