Socken mit Einstrickmuster: So klappt’s!
Strickst Du gerne Socken? Und hast Du schon mal mit Fair Isle Socken, also Socken mit Einstrickmuster oder „Colourwork“ gestrickt? Oder hast Du Dich daran noch nicht getraut? Keine Sorge, das ist gar nicht so schwer wie es scheint! In diesem Blogpost gebe ich dir einige Tipps, wie auch Du so ein buntes Sockenprojekt schaffen kannst!

Dieser Blogpost enthält Affiliate-Links zum Online-Shop von Lieblingsgarn.de (*). Die Links sind mit (*) gekennzeichnet. Bestellst du ein Produkt über einen Affiliate-Link, erhalte ich eine kleine Provision, die zur Finanzierung dieses Blogs beiträgt.
1.Dieses Material benötigst Du zum Sockenstricken
Zunächst einmal benötigst Du natürlich passendes Garn. Sehr viele Hersteller bieten „Sockenwolle“ an, diese besteht meist aus 75-80% Wolle und 20-25% Polyamid. Die Kunstfaser sorgt dafür, dass die Socken schön in Form bleiben, die Wolle hält die Füße schön warm. Einige Qualitäten sind „superwash“-ausgerüstet und vertragen damit eine normale Wäsche. Die Sockenwolle gibt es in unzähligen Farben, einfarbig, gesprenkelt, selbstmusternd (d. h. beim Stricken entstehen ganz von selbst gleichmäßige Streifen oder andere bunte Muster), und in vierfacher, sechsfacher und achtfacher Ausführung, also unterschiedlich dick.
Diese industrielle Sockenwolle ist schon sehr preisgünstig zu haben, Du findest sie häufig auch im Drogerie- oder Supermarkt. Wenn Du das erste Mal Socken strickst, empfehle ich die Beratung in einem Fachgeschäft. Hier versorgt man Dich auch gleich mit den richtigen Nadeln (s. nächster Punkt).
Für ein Paar Socken bis etwa Größe 40 reicht ein 100g-Knäuel der vierfachen Sockenwolle, wenn Du nur mit einer Farbe stricken möchtest. Darüber benötigst Du entsprechend etwas mehr, für kleinere Größen weniger. Vielleicht findet sich sogar etwas Passendes in Deinem Vorrat.

2. Welche Nadeln sind die richtigen?
Socken werden in der Runde gestrickt – dafür gibt es verschiedene Techniken. Die bekannteste ist das Nadelspiel (*) mit fünf Nadeln, daneben gibt es das Crasy Trio (*), bei dem mit drei Nadeln gestrickt wird, die mit einem kurzen Seil verbunden sind. Außerdem wären da noch der Magic Loop mit der normalen Rundnadel, kurze Rundnadeln mit kurzen Nadeln, die es von verschiedenen Nadelsystemen (*) gibt, und natürlich das Sockenwunder (*) von addi.

Letztlich ist es Geschmackssache und persönliche Vorliebe, mit welcher Technik Du Socken strickst. Ich habe in diesem Blogpost einmal verschiedene Nadeln bei einfachen Socken ausprobiert – schau gern mal vorbei.
Am besten lässt Du Dich im Fachgeschäft beraten, denn neben den erwähnten Nadeltypen gibt es diese auch jeweils aus Metall, Holz, Bambus… Das musst Du einfach ausprobieren.
3. Stricke zuerst ein paar einfache Socken
Socken stricken ist eine Technik für sich. Viele denken beim Stichwort „Stricken“ an Omas selbstgestrickte Socken, die ihr scheinbar mühelos und am Fließband vom Nadelspiel rutschten. Anleitung? Nope. Oma hatte die Maschenzahlen im Kopf, und die Hände liefen quasi auf Autopilot – das Ergebnis jahrzehntelanger Strickerfahrung. Bevor Du dich an Socken mit Einstrickmuster wagst, solltest du dich zunächst einmal an einem Paar einfache Socken ausprobieren.
Als Strickanfänger*in solltest Du dazu neben rechten und linken Maschen folgende Techniken beherrschen:
- Maschen anschlagen und zur Runde schließen, damit sie sich nicht verdrehen
- Für den Schaft: in der Runde stricken
- Für die Ferse und die Spitze : Zu- und Abnahmen stricken, gegebenenfalls (je nach Fersentechnik) auch verkürzte Reihen und Doppelmaschen.

Diese Techniken übst du am besten an einer ganz einfachen Socke, einer vom Bündchen zur Spitze gestrickten „StiNo“ (für stinknormale Socke, auch „Vanilla Socks“ genannt) mit einer einfachen Ferse. Kostenlose Anleitungen dazu findest Du z. B. hier bei addi. Am besten suchst Du Dir eine erfahrene Strickerin, die Dir bei der ersten Socke beisteht. Ansonsten finden sich bei Youtube auf verschiedensten Kanälen Tutorials für die verschiedenen Fersen und Spitzen.
Im Idealfall strickst Du erst einmal ein Paar Socken in einer kleineren Größe (also nicht gleich Größe 48… ), denn – je größer die Socke, um so länger der Schaft und umso länger der Fuß. Eine Socke kann sich ganz schön hinziehen, insbesondere, wenn Du sie aus dem dünnen 4fach-Sockengarn mit dünnen Nadeln strickst. Bei den großen Größen sieht man dann nur langsam den Erfolg, was Sockenneulingen den Spaß verleiden kann. Und mit einer Socke ist es ja nicht getan…

4. Einstrickmuster üben
Hast Du Dein erstes Sockenpaar geschafft, und den Erfolg gebührend gefeiert, dann solltest Du Dich im Stricken mit zwei Fäden üben. Denn das muss man beherrschen, wenn man Einstrickmuster stricken möchte.
Zum Üben suchst Du Dir am besten ein ganz einfaches Muster mit einem kurzen Rapport aus. Dabei musst Du nicht allzuviel zählen und kannst Dich auf die Fadenhaltung und Fadenspannung konzentrieren.
Ich habe tatsächlich sehr lange herumexperimentiert mit der Fadenhaltung. Lange Zeit war der Fadenring (*) für mich ein unverzichtbarer Helfer: Dieser wird auf den linken Zeigefinger gesteckt und führt die beiden Fäden in zwei Ösen getrennt voneinander: Mir hat er viele Jahre bei vielen Pullovern und Mützen sehr gute Dienste geleistet: Denn so fiel es mir leichter, die Fadenspannung gleichmäßig zu halten. Dies ist das A und O beim zweifädigen Stricken, denn nur so entsteht am Ende ein gleichmäßiges Strickbild.

Kürzlich habe ich dann aber eine ziemlich raffinierte Weise gefunden, wie man ohne Hilfsmittel unfallfrei mit zwei Fäden hantieren kann. Dabei wird der Faden der Hauptfarbe (dunkelblau im unteren Foto) ganz normal von vorn nach hinten über den Zeigefinger geführt, während der Faden der Kontrastfarbe (hellblau im unteren Foto) von hinten nach vorne läuft.

Zu Anfang war das wirklich gewöhnungsbedürftig, aber gerade bei Mustern mit kurzem Rapport (hier war es ein Farbwechsel nach je 2 Maschen) finde ich diese Technik inzwischen absolut überzeugend.
Hast Du Dich warmgestrickt? Dein erstes Sockenprojekt gemeistert und Dein erstes Einstrickmuster bewältigt? Dann kann’s losgehen mit komplizierteren Mustern!
5. Socken mit Einstrickmuster stricken
In diesem Abschnitt teile ich mit Dir meine Erfahrungen aus der „DucathiSocksChallenge„, die GritsStrickerei und Claudia von DreissigGradHandmade im vergangenen Jahr gehostet haben. Denn erhlich gesagt, habe ich mich bis zu dieser Challenge an so etwas Kniffliges, Fummeliges wie solche Socken nicht herangetraut.
Nachdem ich aber mehrere Pullover mit Einstrickmustern gestrickt habe (diesen und diesen Drawing Sweater, den Pullover Deike, den Spot Sweater und zuletzt den SeaGlassCardigan), fühlte ich mich „reif“ für die Challenge.
Voraussetzung war, Anleitungen der Designerin Ducathi zu stricken, und ich habe mich für die Anleitungen „Winter Dudes“ und „Zwergenaufstand“ (rechts in rot) entschieden.



5.1 Mehr Maschen anschlagen als gewöhnlich
Bei Einstrickmustern ist zu beachten, dass das Muster die Maschen zusammenzieht. Sprich: Die Socke wird im Bereich des Musters enger. Daher werden für den Schaft dieser Socken mehr Maschen angeschlagen als gewohnt. Die üblichen Sockentabellen für 4fach-Sockengarn kann man hier also nicht verwenden bzw muss – je nach eigener Fadenspannung – mindestens vier Maschen mehr anschlagen.
5.2 Dickere Nadeln für den Musterbereich verwenden
Gleichzeitig wird der Musterbereich mit einer etwas dickeren Nadel gestrickt – damit gehst Du auf Nummer Sicher, dass insbesondere der Schaft nicht zu eng und stramm gerät. Bei meinen Socken habe ich die Bündchen und glatt rechten Bereiche (Ferse, Spitze, bei den Winter Dudes den Fuß) mit Nadelstärke 2,25 mm und dem Nadelspiel gestrickt. Die Musterbereiche dagegen habe ich mit CrasyTrioNovel und Stärke 2,75 mm gestrickt.

5.3 Die passenden Nadeltype verwenden
Für die Crasy Trio Novels habe ich mich entschieden, weil sie mir zum einen sehr gut in der Hand liegen. Ganz besonders praktisch fand ich sie aber bei den Einstrickmustern, weil man nur mit zwei statt vier Nadeln hantiert und daher das Muster pro Runde nur einmal unterbricht. Praktischerweise sind die Charts mit den Mustern bei Ducathi schon auf diese Technik ausgelegt – ein Chart entspricht den Maschen auf einer Nadel. Famos!
Das gleiche Ergebnis lässt sich übrigens auch mit dem Magic Loop erreichen, wenn man das Gezuppel mit dem Nadelseil und das Befolgen der Musterfolge in Einklang bringen kann. In diesem Blogpost erkläre ich, wie Du mit dem Magic Loop auf einer langen Rundnadel strickst.
Ganz ehrlich: mit einem normalen Nadelspiel hätte ich die Musterfolgen der Socken nicht so einfach geschafft.
Dann jedoch war der Groschen nachhaltig gefallen, und ich habe gleich noch zwei Paar Socken nachgelegt:


Natürlich musst Du selbst ausprobieren, welche Technik, welche Fadenhaltung und welche Nadeln für Dich am besten passen. Es gibt kein richtig und kein falsch, sondern nur ein fertiges Paar Socken!
Viel Spaß beim Stricken!
Übrigens empfehle ich Dir gern meine Blogserie „Stricken in Runden“ – hier gibt es jede Menge Tipps und Tricks zum Thema!
Verlinkt zu Creativsalat – Lieblingsstücke – Ein kleiner Blog – Linkparty Stricken & Häkeln – Stricklust



