Timeless Beauty – Frühlingsjäckchen 2026

Heute findet der FJKA’26, gehostet durch das Team des Memademittwoch, sein Ende – hui, das ging schnell! Und auf den fast letzten Drücker ist mein Frühlingsjäckchen 2026 fertig geworden: Timeless Beauty nach einer kostenlosen Anleitung von Drops Design.

Da ich die vorherigen Termine des gemeinsamen Strickens nur per Instagram dabei war, gibt es heute den kompletten Projektverlauf zu lesen.

Anleitung: Timeless Beauty von Drops Design

Timeless Beauty - Frühlingsjäckchen mit Lochmuster

Ganz zu Anfang meiner wiederbelebten Strickkarriere, es muss so 2015 gewesen sein, habe ich Drops Design und seine kostenlosen Anleitungen entdeckt. Was für Welten taten sich mir dabei auf! Damals führte Lanade noch Wolle von Drops, und es zogen zahlreiche grüne Pakete mit Wolle zu Drops-Anleitungen bei mir ein. Das war der Startschuss zu meinem stattlichen Wollvorrat, inzwischen habe ich die Wollverarmungsangst ganz gut im Griff. Okay, außer im letzten Monat. Da bin ich etwas eskaliert.

Drops-Anleitungen habe ich also einige gestrickt. Damals (bevor ich Ravelry und seine noch mal anderen Strickwelten entdeckte) war ich total begeistert von diesenAnleitungen, bei denen ein Pullover oder eine Jacke in einem Stück anstatt in Einzelteilen gestrickt wird. Das gefiel mir! Denn bisher hatte ich Anleitungen aus Zeitschriften gestrickt, oder ganz ohne Anleitung.

Timeless Beauty habe ich lustigerweise zum FJKA 2016 schon einmal gestrickt, Das Jäckchen ist nach 10 Jahren nun ziemlich abgetragen, aber ich mochte es sehr (sonst wäre es auch nicht so verschlissen). Der Plan, die Anleitung noch einmal zu stricken, stand schon länger, und jetzt war es so weit.

Garn: Linnea von Karen Noe

Das Garn des ersten Jäckchens, Drops Alpaka Silke, gibt es leider nicht mehr. Sehr schade, denn das war toll zu verstricken und fasste sich toll an. Reine Alpakawolle ist mir für ein Frühlingsjäckchen zu warm, aber mein gut sortierter Stash gibt ja Optionen her.

Leinengarn in naturfarben - Linnea von Karen NOe

In diesem Fall Linea Original von Karen Noe (das es leider auch nicht mehr gibt, denn die gute Karen, die ich einmal auf der h+h getroffen und später hier interviewt habe, genießt nun ihren Ruhestand und hat ihren Shop geschlossen.

Linea habe ich für mein Modell Linn und für das Sommertop Solo Sole schon einmal verwendet und finde es ein tolles Sommergarn. Es besteht aus 75% Leinen und 25% Baumwolle mit einer Lauflänge von 260 m / 100 g. Der Baumwollfaden ist dabei in einer Kontrastnuance zu den Leinenfäden: In diesem Fall ist er Beige als Kontrast zum hellen Naturton . Hier habe ich das Garn porträtiert.

Aufgrund der Zusammensetzung ist Linea ein ideales Sommergarn, das sich sehr angenehm trägt. Auf den Nadeln ist es allerdings zunächst etwas sperrig, da das Leinen sehr steif ist. Das legt sich allerdings beim Stricken und später beim Tragen. Außerdem ist Linea sehr pflegeleicht und verträgt problemlos eine Runde in der Waschmaschine zusammen mit normaler Wäsche.

Stricken mit Linea

Gekauft hatte ich zunächst zwei Stränge im Dänemark-Urlaub, die ich gleich im Wollgeschäft gewickelt habe. Und da war ein richtiger A*loch-Strang dabei, den ich am Ende per Hand entwirren und wickelt musste, was mich Stunden gekostet hat (das ist das verunglückte Knäuel oben links).

Frühliingsjäckchen 2026 Passe - Timeless Beauty - Drops Design

Und dieses Knäuel strickte sich auch entsprechend. Das war wirklich keine Freude. Es war, als habe man ein Hanfseil auf der Nadel: Sperrig, struppig, hart, kratzig und trotzdem glitschig. Entsprechend ließ das Maschenbild sehr zu wünschen übrig. Zwischendurch musste ich mehrfach die beiden anderen Tops und auch die Maschenprobe dazu betrachten und befühlen, den SO hatte ich das Garn nicht in Erinnerung. Zwischenzeitlich dachte ich sogar ans Aufgeben, aber das ist natürlich keine echte Option.

Nach den ersten Reihen bin ich umgestiegen auf die Mystic Lace von addi, und das war ein kleiner GameChanger: Die eloxierte Oberfläche der Nadeln bietet bei glatten Garnen ein bisschen Widerstand, und das ist deutlich entspannter für die Hände.

Das Jäckchen hat eine Rundpasse, bei der in relativ kurzen Abständen ziemlich viele Maschen zugenommen werden, dementsprechend wurden die Reihen sehr schnell sehr lang. Witzigerweise habe ich entdeckt, dass meine erste Version des Jäckchens nicht korrekt gestrickt war – eigentlich ist es ein Krausrippenjäckchen mit Lace-Bordüren. Das hatte ich damals wohl überlesen und alles glatt rechts gestrickt, was in den Charts nicht anders angegeben war. So habe ich es diesmal auch wieder gemacht.

Timeless Beauty - Frühlingsjäckchen 2026 - Anleitung von Drops Design

Ist die Passe erst einmal geschafft und sind die Ärmel vom Körper getrennt, beginnt eigentlich der entspannte Teil . Aber Stricken ohne Challenge wär ja langweilig. Bei diesem Projekt gab es gleich zwei Herausforderungen: Das Garn an sich und die Tatsache, dass ich nur die drei Stränge hatte und man es nicht mehr nachkaufen kann.

Da ich für mein Linn Top nur 2 Stränge benötigt habe, war ich recht zuversichtlich, dass die drei Stränge in Natur ausreichen würde. Innerhalb der Passe musste ich allerdings schon den zweiten Strang anfangen, und ab da wurde es dann doch ein bisschen spannend.

Der zweite Strang (das runde Knäuel unten links auf dem Garnfoto oben) strickte sich ganz anders. Vielleicht hatten sich die Leinenfasern durch das stramme Wickeln schon etwas gezähmt, jedenfalls war es deutlich angenehmer, mit diesem Knäuel zu arbeiten.

Timeless Beauty - Frühlingsjäckchen 2026 - Ärmel mit Lochmusterbordüre

Ich habe es bis zum Ende gestrickt, und mit dem dritten Strang (der war so ein Mittelding zwischen den beiden ersten) erst einmal die Ärmel begonnen, um dann schlauer zu werden, wie viel am Körper ich noch schaffen würde.

Auf dem Foto links erkennt man bei genauem Hinsehen den Unterschied zwischen den drei Strängen:

Zwischen dem Ärmel und der Passe ist ein hellerer Streifen, der glatter aussieht als die beiden anderen: Das war das gefällige Knäuel Nr. 2, das auch farblich etwas heller ausfiel.

Die Ärmel strickten sich recht zügig mit dem Magic Loop, und nachdem der zweite Ärmel fertig war, hatte ich noch 50 g übrig. Perfekt – das würde genau reichen!

Timeless Beauty - Anleitung von DropsDesign - Naturfarbenes Jäckchen mit Lochmusterborte

Am Körper des Jäckchens werden ab der Ärmelabteilung verschiedene Lochmuster gestrickt. Für diese gibt es jeweils ein Chart. Aus heutiger Sicht finde ich die Anleitung in diesem Teil sehr ulkig.

Da heißt es etwa „Wenn Muster 1 in der Höhe beendet worden ist, stricken Sie Muster 2. Anschließend Muster 3, dann wieder Muster 2. Danach werden x Maschen zugenommen, es folgt Muster 4…“

In der Folge blättert man ständig in der Anleitung hin und her, denn natürlich sind die Musterfolgen nicht alle auf einer Seite. Beim ersten Mal fand ich das nicht ungewöhnlich. Heute weiß ich, dass man die gesamte Anleitung ganz anders schreiben könnte. Für Stricknovizen finde ich sie tatsächlich verwirrend und schwierig nachzuvollziehen, auch wenn sie tatsächlich nicht schwierig zu stricken ist.

Wie auch bei der ersten Version habe ich nicht alle Muster gestrickt, es fehlen noch zwei. Allerdings wollte ich wieder ein etwa taillenkurzes Jäckchen, und mehr Garn war ohnehin nicht vorhanden.

Fertig: Timeless Beauty!

Und dann, am letzten Tag des Dänemark-Urlaubs, auf die letzten Meter des Garns, war es fertig, mein Frühlingsjäckchen 2026!

Zu Hause wurde es dann gebadet, was dem Maschenbild sehr gut getan hat. Auch die Strohigkeit hat sich etwas gelegt, aber da geht noch was. Man sieht allerdings auch jetzt noch den Unterschied zwischen dem ersten Strang (Passe) und dem zweiten. Ob mich das stört, weiß ich noch nicht. Und wenn, könnte ich es nicht ändern.

Timeless Beuaty - Frühlingsjäckchen 2026 - fertig

Im Fundus fanden sich passende Perlmuttknöpfe. Möglicherweise sind es mindestens zwei unterschiedliche Sorten, aber das fällt so gut wie nicht auf. Die Knopflochabstände allerdings sind nicht so ganz regelmäßig, scheint mir. Am zweiten von oben muss ich auch noch etwas nachjustieren, das ist ein bisschen ausgeleiert.

Der Ausschnitt beult ein bisschen, das gefällt mir am Bügel nicht so gut. Beim Originaljäckchen habe ich nachträglich noch ein Textilband entlang des Halsausschnitts angenäht, damit der Ausschnitt nicht so ausleiert. Auch die Blenden habe ich mit verstärktem Stoff unterlegt, um mehr Stabilität zu erhalten, das hat sehr gut funktioniert. Ich warte mal ab, wie es sich mit diesem Leinenjäckchen verhält, gegebenenfalls ist beides noch eine Option.

Vielen Dank an das Team vom MemadeMittwoch, es war wieder eine tolle Aktion!

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